WinterAkademie 2007 - Kurse

Kammerchor (Motje Wolf)

Vorsicht, dieser Kurs macht süchtig: Süchtig nach Musik... und vor allem nach Pulmoll :-)

Ein bunter Mix aus Stilen und Epochen (also von a-capella-Pop bis hin zu Motetten) wird in einer Formation von acht bis zwölf Sängerinnen und Sängern einstudiert und zur Aufführung gebracht. Gemeinsam wollen wir in den Proben intensiv musikalisch arbeiten, ebenso sollen Stimmproben und Übungen zur Gesangstechnik nicht zu kurz kommen.

Ihr solltet Chorerfahrung und ein musikalisches Gehör mitbringen (das bedeutet, dass ihr euch beim Singen wohlfühlt und eure Nachbarn das dann auch noch tun!). Bitte gebt bei der Anmeldung eure Stimmlage an und beschreibt mit ein paar Worten eure bisherigen Gesangsaktivitäten.

Ich freu mich auf einen ohrwurmreichen Winter mit euch!

Motje macht für ihr Leben gerne Musik. Ob Geige, Klavier oder Gesang ist ihr eigentlich egal, am liebsten aber leitet sie Chöre. Das hat sie bereits auf zwei Junior- und einer SchülerAkademie als kursübergreifende Musikerin gemacht und darf sich auch mit ihrem eigenen Chor in Leipzig musikalisch austoben. Eine Prüfung trennt sie noch von ihrem Magister in Musik- und Theaterwissenschaft. Privat ist Motje Verfechterin von 11-Uhr-Kaffee und Pulmollabhängig ;-)

Organisationen für Einsteiger (Nils Müller)

Jeder könnte ohne Mühe hundert verschiedene Organisationen aufzählen: Unternehmen, Ämter, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser. Organisationen begleiten unser Leben in allen Aspekten: wir werden in ihnen geboren, in ihnen erzogen, ausgebildet, arbeitet in ihnen, engagiert sich freiwillig in ihnen, erhalen von ihnen unsere Rente, sterben in ihnen und werden von ihnen beerdigt.

So viele unterschiedliche Aufgaben sie erfüllen, so unterschiedlich sie aufgebaut sind, scheint es doch etwas zu geben, dass ihnen gemeinsam ist, dass man sie alle als "Organisationen" bezeichnet.

Was steckt also hinter diesem unscheinbaren Begriff? Was sind Organisationen? Was ist ihre gemeinsame Besonderheit? Wie funktionieren sie? Warum gibt es sie? Was tun sie eigentlich? Viele Fragen, die wir sicherlich nicht alle beantworten können, aber wir werden einen Überblick über die verschiedenen Perspektiven gewinnen, aus denen sich Organisationen betrachten lassen. Viel Soziologie und ein bisschen BWL und Psychologie erwarten euch!

Nils kommt aus Essen und studiert seit 2001 in Bamberg "Europäische Wirtschaft". Nach einem Auslandsjahr in Vilnius (Litauen) begann er 2004, zusätzlich Soziologie zu studieren. Momentan schreibt er an einer organisationssoziologischen Diplomarbeit zum Thema "Rationalität als Rechtfertigungsnorm". (Für ganz Neugierige: www.nilsmueller.info)

Chinesische Sprache und Kultur für Anfänger (Florian Ludwig)

Einführung in die Sprache und Aussprache des chinesischen "putonghua" (Beijingdialekt). Einfache Grundlagen der Grammatik werden vermittelt und man wird auch mit der Schreibweise vertraut gemacht. Am Ende des Kurses wird jeder in der Lage sein in China für kurze Zeit zu überleben und einige wichtige Alltagsabläufe zu verstehen.

Neben der Sprache wird auf die Geographie und Geschichte Chinas eingegangen. Auch die Literatur soll nicht zu kurz kommen, zu der ich auch die Philosophie/Geistesgeschichte zähle. Wer möchte, kann sich für ein Kurzreferat innerhalb der Themen melden. ich kann verschieden Quellen schicken. Bitte an die Teilnehmer, Bleistift mitbringen und eine "Kladde". Es wird ein volles, spannendes Programm.

Ich freue mich auf den Kurs mit euch!

Florian studiert im 4. Semester Sinologie in München und hatte bei mehreren Asienaufenthalten Gelegenheit, Sprache und Kultur kennen zu lernen.

Kabarett (Tilman Lucke)

Das Kabarett ist tot. Seit 106 Jahren hat dieser Satz Hochkonjunktur. Dass er dennoch gelogen ist, wollen wir in der WinterAkademie unter Beweis stellen. Wir begrüßen das neue Jahr mit einem kabarettistischen Rück- und Ausblick auf alte und neue Gammelfleischskandale, CIA-Billigflüge und Westerwellismen aller Art. Und Lachen wärmt bekanntlich auf, was man im Winter gebrauchen kann. Die Kurszeit werden wir hauptsächlich mit dem Schreiben und Proben unserer Monologe, Sketche und Lieder verbringen. Am Ende der Akademie wird eine kurze Aufführung stattfinden, in der wir die Beiträge präsentieren.
Wer an diesem Kurs teilnehmen möchte, sollte generell alles, aber auch mal sich selbst oder seine eigenen Ansichten auf die Schippe nehmen wollen. Musikalische Kenntnisse, vornehmlich an Gitarre, Klavier oder Stimmbändern, sind eine gute Voraussetzung, aber nicht Pflicht. Und Politik sollte kein Fremdwort sein.

Tilman Lucke ist 22 Jahre alt und studiert Geschichte in Berlin, der Hauptstadt des Kabaretts. Er spielte 2005 das Soloprogramm "Nebenbei bemerkelt" und plant ein neues Programm für März 2007. In Berlin ist er Mitglied im Ensemble des "Berliner Brettl". In den letzten drei SommerAkademien hat ihm der Kabarettkurs viel Spaß gemacht.

Märchenstunde Physik (Thorsten Schult)

Winter ist genau die richtige Zeit, um sich an langen Winterabenden am Kamin Märchen zu erzählen. Sicher ist es nicht die Zeit, mit Formeln und unverständlichen Fachbegriffen um sich zu werfen. Darum wendet sich dieser Kurs an all jede, die normalerweise wenig oder gar nichts mit Physik am Hut haben und Formeln womöglich auf den Tod nicht ausstehen können. Wir wollen uns von der erzählerischen Seite den Bereichen der Physik nähern, die in der Schule nicht behandelt wurden, weil sie zu interessant, zu kontrovers oder einfach jünger als 320 Jahre sind.

Diskussionen auch über philosophische Aspekte werden dabei nicht zu kurz kommen.

Thorsten studiert Physik mit Nebenfach Informatik in Heidelberg und Urbana Champaign.

Kochen mit Wasserkocher und Mikrowelle - Ideal für Studenten (Sabine Gack und Gabriella Gall)

Kartoffelpüree-Pulver mit heißem Wasser? Oder Tütensuppe mit pappigen Nudeln? Und das nur weil du keinen Herd hast? Das muss nicht sein! In diesem Kurs sollen die Teilnehmer lernen, was man alles mit einer Mikrowelle und/oder einem Wasserkocher bewaffnet zubereiten kann. Ob feine Suppen, herzhafte Vorspeisen, festliche Hauptspeisen oder zarte Pralinen: Wir wollen euch zeigen, wie ihr das ganz leicht mit einfachen Mitteln kochen könnt. Mitbringen müsst ihr nur viel Kreativität, Spaß am Kochen und den Willen, nicht nur aufgewärmte Tiefkühl-Kost zu essen! Am Ende werdet ihr in der Lage sein, ohne größere Schwierigkeiten euch, euren Freunden oder eurer Familie mit einem Mittagessen eine Gaumenfreude zu bereiten, und das nur mit einer Mikrowelle und/oder einem Wasserkocher! Wir würden uns sehr freuen, wenn einige von euch (bevorzugt) eine Mikrowelle oder einen Wasserkocher mitnehmen könnten, damit sich nicht alle um eine Mikrowelle oder ein paar Wasserkocher streiten müssen. Die Mitnahme solcher Geräte ist aber keine notwendige Voraussetzung für die Teilnahme.

Sabine und Gabriella studieren (bald) beide und haben in ihrer Freizeit ein Faible fürs Kochen mit einfachen Mitteln entwickelt.

Spanisch für Anfänger (Miriam Hornung)

¿Hablas español? Dieser Kurs ist für alle, die beim Sprachen lernen Erfolgserlebnisse haben wollen. Spanisch ist eine der einfachsten Sprachen und gleichzeitig bieten sich viele Möglichkeiten, sie auch anzuwenden. Wir wollen uns in diesem Kurs hauptsächlich auf das Sprechen und Verstehen konzentrieren, nebenbei aber auch die wichtigsten Grammatikregeln kennen lernen, damit ihr am Ende der Woche auf die Eingangsfrage mit einem ¡Sí, claro! antworten könnt.

Miriam studiert im 3. Semester Medizin in Freiburg, war nach ihrem Abitur für ein Jahr in Peru und vermisst seitdem das Spanisch sprechen.

Einführung in die Theorie endlicher Automaten (Klaus Aehlig)

Das einfachste Modell von mechanischer "Berechnung" sind Maschinen wie Cola-Automaten, mit ihren zwei Zuständen "bereit" und "Getränk bezahlt" und den entsprechenden Transitionen "Geld einwerfen" und "Cola ausgeben".

Endliche Automaten sind in ihrer Ausdrucksstärke recht eingeschränkt und schöpfen den Begriff "berechenbar" in keiner Weise aus; dafür haben sie aber gute Abschlußeigenschaften. Mehr noch, alle Transformationen, wie Vereinigung, Komplement und Projektion sind effektiv. Dies läßt endliche Automaten zu einem theoretisch interessanten Konzept und einer guten Datenstruktur, etwa im Bereich der Verifikation werden. Dies gilt um so mehr, als sich das Konzept einer von einem Automaten akzeptierten Folge von Ereignissen auch auf unendliches Verhalten ausweiten läßt.

Dieser Kurs ist eine allgemeine Einführung in endliche Automaten; speziellere Fragen werden behandelt, falls die Zeit es zuläßt. Vorkenntnisse werden keine vorausgesetzt, aber ein allgemeines Interesse oder zumindest eine Offenheit für auch theoretische Fragen im Bereich der Informatik wird erwartet.

Klaus habilitiert an der University of Wales im Department of Computer Science.

Einführung in LaTeX (Ole Schwen)

Der Kurs soll eine Einführung in den Textsatz mit LaTeX und die dahinter stehenden Konzepte sein. Wir werden ein paar Begriffe aus der Typographie kennen lernen, werden uns anschauen, wie sich LaTeX von der Textverarbeitung mit Office-Programmen unterscheidet und werden sehen, wofür es ein geeignetes Werkzeug ist und wofür man es im Studium effizient einsetzen kann. Als Vorkenntnisse solltet Ihr lesen (lesbare Handschrift ist nicht nötig...) und euren Computer soweit bedienen können, dass Ihr LaTeX und einen Editor Eurer Wahl installieren könnt.

Ole hat in Duisburg Technomathematik studiert LaTeXt jetzt als Doktorand in der Numerik in Bonn. Trotz seiner Mitarbeit beim Doku-Team will er euch dafür nicht zwangsrekrutieren.

Schreibwerkstatt (Lisa Peschel und Merlin Carl)

Spitzt die Griffel und die Ohren. Prägt euch ein, wer da neben euch sitzt. Beobachtet den Seemann in der Badewanne. Und vor allem folgt genau der Gebrauchsanweisung. Es ist einfacher als es klingt, Vorerfahrung braucht ihr dafür nicht. Bereit? Dann ans Werk in der Schreibwerkstatt. in diesem Kurs wollen wir jedem die Möglichkeit geben, sich das Schreiben in Spielen und Übungen zu erschließen.

Merlin studiert Mathematik, Informatik und Kommunikationswissenschaft in Bonn, Lisa Ethnologie, Indologie und Anglistik in Heidelberg. Außerdem schreiben beide, seit sie schreiben können, und sind gespannt darauf, sich mit euch auf dieses Experiment einzulassen.

Spiele-Kurs (Matthias Görgens und Diana Meyer-Bodemann)

Mensch-ärger-dich-nicht ist dir zu öde? Dann spiel doch mit uns! Wir wollen nicht (nur) auf bekannte, tausendmal ausprobierte Spiele zurückgreifen müssen, sondern eigene Spielideen entwickeln. Dafür brauchen wir das Rad nicht neu erfinden, sondern können bekannte Mechanismen aufgreifen und zu unseren Zwecken abändern. Bringt am besten eigene Spiele zum Ausschlachten mit (Kriegt ihr natürlich wieder). Außerdem benötigen wir auch Bastel- und Blankomaterial, z.B. Spielkarten, Papier/Pappe, Schere, Kleber, Laptop etc.

Über eure Kursleiter: Diana und Matthias studieren Mathematik im 3. Semester in Magdeburg, spielen gerne und möchten mit Euch das Experiment "eigene Spiele entwickeln" in Angriff nehmen.

Über Euch: Außer unbändiger Spielewut wird nichts vorausgesetzt.

Swing out! - Tänze der "roaring twenties" (Erich Schubert)

Unsere heutige Pop- und Rock-Musik geht unter anderem auf den Swing zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA entstand, in den "roaring twenties". Nicht nur in der Musik lebt der Swing aber weiter, auch in den Tänzen - beispielsweise im Rock'n'Roll und im Boogie Woogie. Und genau damit wollen wir uns beschäftigen: mit den Swing-Tänzen. Hier verschmolzen Afrikanische und Europäische Tänze zu einem neuen Mix - lässig wie die Afroamerikaner tanzten, aber typischerweise als Paar getanzt, wie es in den europäischen Tänzen üblich war. Es gibt nicht "den Swing" - es ist eine ganze Familie von Tänzen. Wichtige Vertreter sind der East Coast Swing, der Lindy Hop, Charleston und Balboa. Im weiteren Sinne zählt man auch Boogie Woogie, Rock'n'Roll, Jive und Ceroc zu dieser Familie. Wer diese Tänze kennt, wird sofort Figuren übernehmen können. Die "Lindy-Szene" in Deutschland wächst, und so kann man in München fast jeden Tag irgendwo Kurse nehmen oder tanzen gehen, und es gibt regelmäßig Workshops mit internationalen Spitzenpaaren. Der Name des Kurses ist entliehen von der Standardfigur des Lindy, dem "Swingout" oder auch "Lindy turn", und so wollen wir uns im Kurs vor allem dem East Coast Swing und Lindy Hop widmen, die bereits ein weites Spektrum von Figuren ermöglichen und fließend miteinander gemischt werden können. Vielleicht machen wir auch einen kleinen Abstecher in den Balboa und Bal-Swing. Der Kurs richtet sich an Anfänger in diesen Tänzen, wobei ihr schon etwas sportlich sein solltet und ein Rythmusgefühl braucht. Und ganz zufällig ist die Ähnlichkeit mit dem Begriff "workout" auch nicht. Aber keine Angst. :-)

Erich hat vor etwa einem Jahr seine Liebe zum Swing entdeckt und tanzt inzwischen mehrmals die Woche, wenn er nicht gerade an seiner Diplomarbeit über "calendaring in a semantic wiki context" schreibt. P.S. Co-Kursleiterin gesucht!

Yoga für Anfänger (Tobias Frank)

Während es draußen knisterkalt ist, werden wir es unserem Körper kuschelig warm bereiten: Im gleichmäßigen Rhythmus unserer Ein- und Ausatmung werden wir durch die verschiedenen Körperpositionen (asanas) fließen. Kommt mit auf die Reise durch euren eigenen Körper, den wir im wahrsten Sinne des Wortes von Kopf bis Fuß erfahren wollen. Voraussetzungen braucht ihr keine: Ihr müsst weder besonders gelenkig sein, noch Vorkenntnisse haben. Yoga ist mehr als Gymnastik und so soll auch die Philosophie hinter den Übungen nicht zu kurz kommen. Der Schwerpunkt wird aber auf der Körperarbeit liegen. Entgegen mancher Vorurteile darf dabei auch mal der eine oder andere Tropfen Schweiß fließen. Dafür ist die Entspannung garantiert ;-). Alles klar? Dann meldet euch an zu meiner kleinen winterlichen Yoga-Session.

Tobias studiert an der Uni Dortmund Journalistik und hat bereits auf der MaiAkademie 2006 einen Yoga Kurs angeboten.

Künstliche Intelligenz - was ist denkbar? (Alexander Scivos)

Können Computer denken? Denken - so wie wir? Was bedeutet das konkret? Was ist heute schon möglich? Wie funktionieren Computer, die (scheinbar) denken und sprechen können? Wir werden uns im Kurs mit den klassisch-historischen Anforderungen und Lösungsansätzen für "Künstliche Intelligenz" beschäftigen. Typische Formalisierungsmethoden und einzelne erfolgreiche Programme werden exemplarisch vorgestellt. Den Abschluss bildet eine philosophische Diskussion: Wird es je möglich sein, dass Computer so intelligent sind wie wir?

Alexander Scivos promoviert nach einem Mathematik- und Biologiestudium in der Abteilung "Grundlagen der Künstlichen Intelligenz" in Freiburg.