SommerAkademie 2007 - Kurse

Kurs 1: Kabarett

von Tilman Lucke

Lästern auf hohem Niveau - so könnte man Kabarett definieren. Natürlich ist Lästern besonders wirkungsvoll, wenn ein wahrer Kern existiert. Erst dann nennt man es Satire oder Kabarett. Kleinkunst muss aber auch kurzweilig sein, denn aus Erfahrung kann man leider konstatieren: Je flacher die Gags, desto mehr CdEler lachen. Doch davon lassen wir uns das Niveau nicht diktieren.

Anforderungen für diesen Kurs sind ein guter Humor und Interesse an Politik. Wer über musikalische Kenntnisse, Gitarren oder Klaviere verfügt, ist ganz besonders willkommen.

Tilman Lucke ist 23 Jahre alt und studiert im achten Semester Geschichte in Berlin. Warum, weiß er nicht genau. Um Kabarettist zu werden, jedenfalls nicht. Dies ist sein vierter Kabarettkurs auf einer Sommerakademie; der Grund dafür war der Erfolg der drei vergangenen Kurse. Sein erstes Soloprogramm "Nebenbei bemerkelt" hatte im September 2005 Premiere. Außerdem gehört er zum Ensemble des "Berliner Brettl" und zum Studentenkabarett "Neue Lache".

Kurs 3: Altgriechisch (II)

von Silke Pohl und Sandra Erker

Vielleicht ist es ja auch in Zeiten, in denen der Altsprachenunterricht eine Entschuldigung braucht, noch möglich, sich einfach aus Interesse und Spaß an der Sache heraus mit (Alt)Griechisch zu beschäftigen.

Wenn du also schon immer mal (oder erst kürzlich) Grundzüge der griechischen Sprache lernen und erste Texte übersetzen wolltest, bist du hier richtig, egal, ob du an Pfingsten schon einen Überblick über die griechische Sprache bekommen hast oder nicht.

Der Kurs setzt den Pfingstkurs fort aber nicht voraus: Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Silke war im Jahre 2000 auf der Akademie Roßleben und studiert jetzt Deutsche und Klassische Philologie im 7. Semester an der Uni Marburg. Sandra war 2003 in Grovesmühle und studiert ebenfalls in Marburg.

Kurs 4: Quantenmechanik

von Sven Marten Czerwonka und Franziska Synatschke

Die Quantenmechanik ist eine der aufregendsten und erfolgreichsten Theorien in der heutigen Physik.  In diesem Kurs möchten wir die Ideen und Grundkonzepte der Quantenmechanik behandeln. Dabei werden wir sowohl auf die mathematischen wie auch die philosophischen Aspekte eingehen. Wir werden uns mit der historischen Entwicklung beschäftigen und uns die Experimente ansehen, die die Physiker am Anfang des letzten Jahrhunderts dazu gezwungen haben, das etablierte Gebäude der klassischen Physik über den Haufen zu werfen und einen radikalen Neuanfang zu wagen.

Es werden keine Fachkenntnisse in Physik erwartet. Ein gesundes Interesse an Mathematik und die Bereitschaft, sich auf Vorstellungen einzulassen, die auf den ersten Blick abwegig erscheinen, genügen.

Sven Marten studiert Physik in Kiel und schreibt gerade an seiner Diplomarbeit in Oberflächenphysik. Franziska studiert Physik in Jena und schreibt zur Zeit an ihrer Diplomarbeit in der Quantenfeldtheorie. Sie bieten diesen Kurs an, weil es sie einfach reizt, die faszinierenden Konzepte der Quantenmechanik auch Nichtphysikern nahezubringen.

Kurs 5: Bild und Spiegelbild - der kleine (?) Unterschied

von Marie Gille und Anne Unglaube

Wieso sind Linkshänder bei vielen Dingen (Schrauben, Korkenzieher) benachteiligt? Kennst du mehr Leute mit einem Rechts- oder mit einem Linkswirbel? Was bedeuten die Begriffe "rechts" und "links" überhaupt? Dass sie im Alltag nicht immer so einfach voneinander zu unterscheiden sind, davon zeugen kluge (?) Merksprüche wie "links ist da, wo der Daumen rechts ist". Aber auch in vielen anderen Bereichen spielt die Tatsache, dass viele Objekte chiral (händig) sind, eine entscheidende Rolle. Chiralität bezeichnet die Eigenschaft, dass Bild und Spiegelbild eines Objektes durch keine reale Bewegung zur Deckung zu bringen sind.

Wir wollen uns in unserem Kurs mit dem Phänomen der Chiralität hauptsächlich im Bereich der Chemie beschäftigen, doch auch praktische und alltägliche Dinge wie das Zerschneiden eines rotationssymmetrischen Apfels in zwei rechte oder zwei linke Hälften werden nicht zu kurz kommen.

Gute Voraussetzungen für diesen Kurs sind naturwissenschaftliches Interesse und ein einigermaßen vorhandenes räumliches Vorstellungsvermögen.

Anne hat ihr Chemie-Studium im vorletzten Jahr beendet und möchte nun in andere berufliche Gefilde wechseln. Maries Chemie-Studium ist noch in vollem Gange; derzeit verbringt sie ein Auslandssemester in Spanien.

Kurs 6: Darf ich bitten?

von Almuth Zimmermann und Ingmar Schaaff

"Darf ich bitten?" - Wer hat diesen Satz nicht schon einmal gehört oder hätte ihn gerne gesagt, aber hat sich nicht getraut, weil er/sie nicht gut genug tanzen kann? Für all diese Personen soll dieser Kurs Abhilfe schaffen, aber auch genug Neues bieten für die, die bereits tanzen können. Der Schwerpunkt des Kurses liegt auf lustigen Figuren, die etwas aus der Reihe tanzen - alles, was im weiteren Sinne mit Springen, lustigen Trennungen oder sonst wie witzigen Figuren zu tun hat - und das angestaubte langweilige Image vom Tanzen widerlegen. Da wir ausnahmsweise eine ganze SommerAkademie Zeit haben, wollen wir diesmal auch etwas an der Technik und insbesondere der Haltung arbeiten - so Interesse besteht.

Der Kurs richtet sich an alle fortgeschrittenen TänzerInnen und solche, die es werden wollen. Grundschritte in den Standard- und Lateintänzen werden vorausgesetzt! Auf welche Tänze wir uns konzentrieren, ist eure Entscheidung. Wer selber eine interessante Figur zum Kurs beitragen kann, wird übrigens vom Referat befreit!

Falls ihr euch bereits mit PartnerIn anmelden wollt, vermerkt dies bitte auf der Anmeldung. In allen anderen Fällen genießt die Überraschung und die neue Bekanntschaft netter CdEler. Ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis wird garantiert. Bitte gebt auf der Anmeldung auch euren Kenntnisstand an, damit wir uns darauf einstellen können.

Almuth studiert Wirtschaftsingenieurwesen (E-Technik) an der TU Darmstadt, hält sich zurzeit aber für ein Auslandsjahr in Lyon auf.  In ihrer Freizeit tanzt sie leidenschaftlich gerne, spielt Klavier und macht Taekwondo.  Ingmar hat BWL in Oestrich-Winkel studiert und arbeitet zurzeit in Essen bei einem großen deutschen Energieversorger mit drei Buchstaben.  Er verbringt seine Freizeit am liebsten mit Tanzen, Kampfsport oder mit Gesellschaftsspielen.  Gemeinsam haben sie bereits auf den letzten beiden PfingstAkademien Tanzkurse angeboten.

Kurs 7: (2)007 - James Bond auf der SommerAkademie

von Thomas Wotschke

Im November 2006 war es soweit: Daniel Craig übernahm in "Casino Royal" die Rolle des wohl bekanntesten Geheimagenten der Welt und ist somit der bereits sechste Bond-Darsteller. Seit nun 45 Jahren fasziniert Bond mit ebenso schönen Frauen wie Autos, technischen Spielereien und einer Menge Charme - eben einfach Bond, James Bond.

Im Kurs werden wir hauptsächlich die Filme schauen, die Geschichte der Figur James Bond beleuchten sowie die literarische Vorlage von Ian Fleming lesen. Das Ganze wird natürlich begleitet von einem kühlen Glas Martini, einer Partie Baccara und falls nötig auch einer wilden Verfolgungsjagd durchs Feriendorf - alles selbstverständlich geschüttelt, nicht gerührt.  Der Kurs richtet sich an Bond-Fans und alle, die es werden wollen.

Thomas Wotschke befindet sich zur Zeit in einem Auslandseinsatz in Amsterdam, um dort Mathematische Physik zu studieren. Schon in jungen Jahren hat ihn das Bond-Fieber befallen, doch erst zu Studienzeiten ist es wieder richtig ausgebrochen.

Kurs 8: Impro-Theater

von Julian Holstein

Improvisationstheater ist Theater auf Zuruf, ohne Text und Regie.  Wir wollen eine Woche lang spielen, üben, ausprobieren - von sekundenlangen Szenen bis zur improvisierten Oper. Dabei werden wir uns (hoffentlich) mit ein paar grundlegenden Konzepten und Ideen des Improvisierens vertraut machen. Einzige Voraussetzung ist Spielfreude.

Julian studiert im vierten Jahr Mathematik in Cambridge. Seit seiner SchülerAkademie beschäftigt er sich mit Improvisationstheater und hat schon mehrere Impro-KüAs bei SommerAkademien geleitet.

Kurs 9: Mathematische Spiele

von Gottfried Herold

Jeder von uns kennt Spiele wie Go, Schach, Mühle, 4-Gewinnt, Dame, Tic-Tac-Toe, Käsekästchen usw. In diesem Kurs wollen wir solchen Zweipersonenspielen mit mathematischen Methoden, genauer mit kombinatorischer Spieltheorie zu Leibe rücken. Im Gegensatz zur "normalen" Spieltheorie untersucht diese Theorie Zweipersonenspiele ohne Zufallskomponente, bei denen die Spieler abwechselnd ziehen, beide Spieler alle potenziellen eigenen und gegnerischen Zugmöglichkeiten kennen.

Der Kurs wird in einige der grundlegenden Begriffe einführen, der Schwerpunkt wird aber in der Anwendung auf konkrete Spiele liegen.  Mathematische Vorbildung wird nicht vorausgesetzt (ist aber nicht hinderlich), lediglich Interesse. Insbesondere sollte der Kurs auch für Oberstufenschüler zugänglich sein.

Gottfried studiert Mathematik im 9. Semester an der LMU München.

Kurs 10: "Venimus adorare eum, Immanuel!"

von Merlin Carl

Was können wir wissen? In seinem Text "Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können", der als starke inhaltliche Raffung der "Kritik der reinen Vernunft" gesehen werden kann, versucht Kant die Möglichkeit einer Erkenntis aus reiner Vernunft zu erklären. Hier entwickelt er u.a.  seine berühmte These, dass Raum und Zeit Bestandteile der menschlichen Anschauung statt der empirischen Realität sind. Nachdem wir uns durch Lektüre und Gespräch die Grundzüge des kantischen Philosophieverständnisses erarbeitet haben, werden wir sie im letzten Drittel gemeinsam mit dem Platonkurs von Raul Heimann und Viktoria Bachmann dem platonischen gegenüberstellen.

Merlin macht gerade sein Diplom in Mathematik und Informatik und beschäftigt sich seit seiner Schulzeit intensiv mit Philosophie, insbesondere mit Kant.

Kurs 11: Was ist Philosophie? - Platons "Politeia"

von Viktoria Bachmann und Raul Heimann

"Wenn nicht entweder die Philosophen Könige werden in den Staaten, oder die jetzt so genannten Könige und Gewalthaber wahrhaft und gründlich philosophieren, [...] eher gibt es keine Erholung von dem Übel für die Staaten und ich denke auch nicht für das menschliche Geschlecht" (Pol. 473c-d). So lautet die wohl berühmteste und umstrittenste These von Platon, denn Philosophen gelten, wie schon Sokrates' Gesprächspartner einwenden, gemeinhin als eigenartige und lebensuntaugliche Menschen. Was muss Platon unter Philosophie verstehen, um dennoch seine These begründen zu können?

Im Zentrum der "Politeia" (Buch V-VII) entwirft Platon ein heute noch revolutionäres Bild von Philosophie. Die berühmte Gleichnisreihe (Sonnen-, Linien-, Höhlengleichnis) vollendet die Darstellung einer Philosophie, deren Ziel die Erkenntnis des Guten ist.

Im Kurs wollen wir uns das platonische Verständnis von Philosophie durch genauen Nachvollzug des Textes erarbeiten. Das letzte Drittel des Kurses legen wir zusammen mit dem Kant-Kurs von Merlin Carl, um das platonische Philosophieverständnis dem kantischen gegenüberzustellen.

Viktoria und Raul arbeiten seit 2006 an ihren Dissertationen in Philosophie - Viktoria zur Frage nach dem guten Leben und Raul zu der nach Gerechtigkeit, beide mit Schwerpunkt auf Platon.

Kurs 14: Einführung in die mexikanische Hängematten-Webtechnik

von Irene Hoeth und Manuela Sehm

Wer möchte nicht einmal Urlaub in den Alltag bringen und in einer selbstgewebten Hängematte entspannen?

Von der Geschichte der Hängematte über den Bau des Rahmens bis zum Erlernen der Webtechnik und dem Fertigstellen der letzten Knoten dreht sich alles um die Hängematte. Um in die richtige Stimmung zu kommen, gibt es allgemeine Informationen zu Mexiko und seiner Geschichte, besonders zu den Hochkulturen der Gegend, aus der die Hängematte stammt.  Da Handwerker schnell hungrig werden, wollen wir auch mexikanisch kochen.

Die Zeit wird nicht reichen, um eine große Hängematte zu weben, und so müssen wir uns darauf beschränken, Euch die Grundtechnik beizubringen, wer aber diese kennt, kann sie zu Hause perfektionieren. Für das Material werden maximal 15 Euro pro Person benötigt.

Irene (Mexikanerin von Geburt und mit ganzem Herzen) hat 2004 und 2005 die JuniorAkademie in Hessen geleitet und sich dort vom Akademiefieber anstecken lassen. Manuela (war mit Irene letztes Jahr in Mexiko) hat 2005 die JuniorAkademie in Hessen mitgeleitet und ist von der Idee ebenfalls begeistert. Irene arbeitet im Alltag als psychologische Beraterin und Manuela ist selbstständig tätige Genealogin.

Kurs 15: Elektronik praktisch

von Helge Dietert

Elektrische Schaltungen befinden sich in unserem gesamten Alltag in den verschiedensten Geräten, ohne dass wir sie oft wahrnehmen. Was ist aber, wenn wir etwas bauen wollen, das besonders blinkt oder reagiert?

Dieser Kurs gibt eine Einführung, indem ganz praktisch und ohne große Rechnerei Schaltungen entwickelt und gebaut werden sollen.  Dabei wird kein Vorwissen gebraucht, da alles im Kurs erarbeitet werden soll; auch vor Physik braucht sich keiner groß zu fürchten.

Zum Abschluss soll ein Mikrocontroller (AVR), eine Art Minirechner, und eine Schnittstelle für einen normalen Rechner gebaut werden. Diesen werden wir natürlich auch programmmieren ...

Für das Material sind ca. 15 Euro nötig, alle Schaltungen könnt ihr dann natürlich mit nach Hause nehmen. Auch die Mikrocontroller-Schaltung mit dem gebauten Programmiergerät zum weiteren Programmieren zu Hause ist dabei.

Helge war 2005 auf der Akademie in Grovesmühle und hat letztes Jahr die SommerAkademie besucht. Diesen Sommer wird er sein Abitur machen.

KüA Musik

von Jens Puchtler

One ... Two ... One, two, three, four!!! So ähnlich sollen die Gospels fetzen, die wir gemeinsam singen wollen. Dabei wollen wir sowohl schnelle, fetzige, rhythmische, als auch langsame, groovige, spannungsgeladene Gospelmusik erleben.

Wir, dass sind alle, die auf so was Verrücktes Bock haben, und ich, Jens, der alles zu einem Team zusammenfügen will ... ;-)

Ich bin Jens und habe letztes Jahr das Abitur geschafft. Zur Zeit mache ich meinen Zivildienst bei einer Gefährdetenhilfe, d.h. ich teile meinen Lebensraum mit Leuten, die aus dem Knast, der Droge, der Kriminalität usw. kommen. Ansonsten habe ich zwei Jahre lang ein Schulorchester geleitet, war drei Jahre Organist an einer evang. Kirche und bin nebenamtlich am Staatstheater Darmstadt als Übertitler tätig. Ab Oktober werde ich Mathe und Musik auf Lehramt an Gymnasien in Mannheim studieren.